Alternativer Nobelpreis – Preisträger des Right Livelihood Awards verkündet

Der Right Livelihood Award – auch bekannt als „Alternativer Nobelpreis“ – ehrt Menschen und Initiativen, die Lösungen für die dringendsten Probleme unserer Zeit finden und erfolgreich umsetzen. Diese Menschen sollten die eigentlichen Stars unserer Zeit sein, doch stattdessen wird ihre Arbeit oft bekämpft, belächelt oder ignoriert.

In diesem Jahr werden vier Menschenrechtler geehrt.

Der undotierte Ehrenpreis des Komitees in Stockholm geht an Tony de Brum und das Volk der Marshallinseln. Sie kämpfen mit rechtlichen Mitteln gegen die Atommächte, weil diese ihre Abrüstungsverpflichtungen aus dem Atomwaffensperrvertrag nicht nachkommen.

Kasha Jacqueline Nabagesera setzt sich in Uganda für die Rechte lesbischer, schwuler, bisexueller, transsexueller und intersexueller (LGBTI) Menschen ein. Sie kämpfte erfolgreich gegen die Einführung von Todesstrafe und lebenslanger Haft für Homosexuelle. Dieser Einsatz, den sie mit journalistischen und juristischen Mitteln führt, ist für sie lebensgefährlich.

Sheila Watt-Cloutier hat sich ihr Leben lang für die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte der arktischen Inuit eingesetzt. Sie kämpfte für eine Verbesserung des Bildungssystems und trieb die Verabschiedung der Stockholm-Konvention für das Verbot langlebiger organischer Schadstoffe voran. Da diese sich in der arktischen Nahrungskette stark anreichern, stellen sie eine Gefahr für die Bevölkerung dar. International machte sie der Staatengemeinschaft klar, dass Treibhausgase und Klimawandel die Lebensgrundlage ihre Volkes zerstörten und Menschenrechte verletzten.

Der Chirurg Gino Strada setzt sich mit der Organisation „Emergency“ seit zwei Jahrzehnten für eine hochwertige medizinische Versorgung für meist zivile Opfer von Kriegen und Konflikten ein. So sind über 60 Krankenhäuser und Erste-Hilfe-Anlaufpunkte in Afghanistan, im Sudan und im Irak entstanden.

Seit 1985 findet die Verleihung jedes Jahr im Dezember im schwedischen Reichstag statt. Die Preisträger teilen sich ein Preisgeld von insgesamt 3 Millionen Schwedischen Kronen, etwa 320.000 Euro. Das Geld dient der Unterstützung der Arbeit der Preisträger und ist nicht für den persönlichen Gebrauch bestimmt.





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