KW 08: Mit der Kipa durch Paris, Zwangsheirat verletzt die Menschenrechte, Blogger im Iran

Mit der Kipa durch Paris: Ein Video sorgt derzeit für heftige Diskussionen über Antisemitismus in Frankreich. Der Kurzfilm ist an das Video „10 Hours of Walking in NYC as a Woman“ angelehnt, das den alltäglichen Sexismus in New York nachweisen sollte und ebenfalls kontrovers diskutiert wurde. Wie im Vorbild wird der jüdische Journalist Zvika Klein mit versteckter Kamera gefilmt wie er zehn Stunden durch die Straßen von Paris läuft. Dabei wird er beschimpft, bedroht und bespuckt, obwohl er sich komplett passiv verhält und keinerlei Interaktion sucht.
tagesspiegel.de

Zwangsheirat verletzt die Menschenrechte:  Es gibt immer mehr Zwangsehen in Berlin. In Deutschland werden Zwangsehen seit 2011 in § 237 StGB definiert und unter Strafe gestellt. Senatorin Delik Kolat will jetzt mehr aufklären. Neben der auf verschiedenen Wegen stattfindenden Grundrechtsverletzung, gibt es ein Reihe von Folgetaten, die sich aus den Zwangsheiraten ergeben. Das geht bis hin zu Ritual-oder Ehrenmorden. Alle Vergehen entspringen einer fundamentalistischen Religionshandhabung und dem sich daraus abgeleiteten Druck aus den Gemeinden auf das Individuum.
tagesspiegel.de

Genitalverstümmelungen in Deutschland: Es ist eine entsetzliche Verletzung der Fürsorgepflicht am eigenen Kind. Experten schätzen Tausende Genitalverstümmelungen an jungen Frauen in Deutschland. Aktuellen Angaben von Unicef zufolge leben weltweit mehr als 140 Millionen Betroffene. Auch in Deutschland sind Mädchen dem Risiko ausgesetzt, heimlich hierzulande oder im Ausland an ihren Genitalien verstümmelt zu werden.
frauenrechte.de

Schutz vor Masern gehört zum Recht auf Unversehrtheit: Eingeschleppt worden sind die Viren nach Behördenangaben von Asylsuchenden aus Bosnien und Herzegowina. Fatalerweise wurden darauf drei Flüchtlingsheime geschlossen und die Leute auf Hotels verteilt. Kostenübernahmeregelungen reduzieren auf die Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände. Die Bundesärztekammer und die Experten aus der Kinder- und Jugendmedizin fordern daher eine generelle  und nicht nur den Notfall betreffende Regelung für die medizinische Versorgung von Flüchtlingen.
faz.net, zeit.de, aerztezeitung.de

Wir wollten, dass diesen Menschen geholfen wird – doch die Behörden taten nichts. Und jetzt wurden diese Menschen getötet, nur weil sie Christen sind.
Der Generalbischof der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, Anba Damian, macht den ägyptischen Behörden nach der Ermordung von 21 koptischen Geiseln in Libyen schwere Vorwürfe.
faz.net

Ich verstehe, dass es mitunter notwendig ist, ein Kind seiner Freiheit zu berauben. Aber es ist etwas anders, es zu isolieren. Wenn man ein Kind einsperrt, darf man nicht vergessen, dass es ein Kind ist und kein Erwachsener. Man braucht ein anderes System für Kinder.
Der schwedische Ombudsmann Fredrik Malmberg kritisiert den schwedischen Umgang mit Minderjährigen in Untersuchungshaft.
stern.de

#SamanNaseem, #SoheilArabi: Die Hinrichtungen politischer Gefangener im Iran gehen weiter: Das Regime will den kurdischen Aktivisten Saman Naseem am 19. Februar hinrichten. Zum Zeitpunkt der ihm vorgeworfenen „Taten“ war er erst 17 Jahre alt. Die Hinrichtung von jugendlichen Straftätern ist laut internationalem Recht verboten. Bei Naseems sogenannten Straftaten handelt es sich um „Feindschaft gegen Gott” und “Korruption auf Erden” wegen seiner politischen Aktivitäten. Dem iranischen Blogger Soheil Arabi droht ebenfalls Hinrichtung wegen „Beleidigung des Propheten“. Der iranische Fotograf Soheil Arabi ist Ende 2014 vom höchsten Gericht des Landes zum Tode verurteilt worden. Grund dafür sind Facebook-Posts Arabis, die den Propheten Mohammed beleidigen sollen, worauf im Iran die Todesstrafe steht. Ebenfalls über soziale Medien formiert sich nun Proteste, der die Freilassung des Familienvaters fordert.
kurdishrights.org, amnesty.org, hrw.org, netzpiolten.de (Über Bloggen im Iran)

Türkischer Schüler wegen Präsidentenbeleidigung verurteilt: Was er gesagt oder getan haben soll, ist nicht öffentlich bekannt; doch es reicht den Richtern offenbar für eine harte Strafe. Ein Gericht in der Türkei hat einen 17-jährigen Schüler wegen Beleidigung von Präsident Recep Tayyip Erdogan zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Wie die türkische Presse berichtete, soll der Oberschüler den Staatschef während einer Rede bei einer regierungskritischen Kundgebung im südtürkischen Antalya beleidigt haben. Bei der Veranstaltung hatten einige Schüler gegen die Festnahme anderer Teenager protestiert, die wiederum an den Großprotesten rund um den Istanbuler Gezi-Park vor zwei Jahre beteiligt waren.
spiegel.de

21 koptische Christen in Libyen enthauptet: Die Terrormiliz Islamischer Staat hat in Libyen 21 koptische Christen enthauptet. Der IS veröffentlichte am Sonntag im Internet ein Video, das die Tötung mehrerer Geiseln an der Küste in der libyschen Hauptstadt Tripolis zeigt. Die koptisch-orthodoxe Kirche bestätigte die Ermordung der 21 Christen. Demnach waren die Kopten als Gastarbeiter in Libyen und gerade auf dem Heimweg nach Ägypten, als ihr Bus von den Terroristen aufgehalten wurde.
faz.net

Ägypten zwischen Terror und Polizeistaat: In Ägypten herrscht die Angst vor Terroranschlägen, juristischer Willkür und Polizeigewalt. Mitten in den urbanen Zentren explodieren Bomben, auf dem Sinai wütet der Islamische Staat. Bei Demonstrationen wird nicht selten sofort geschossen. Abertausende sitzen als politische Häftlinge im Gefängnis, darunter führende Köpfe des Arabischen Frühlings. Für das Gewaltniveau in einer Nation sind nicht nur Regimekritiker, Demonstranten und oppositionelle Milieus verantwortlich, sondern auch die politische Führung. Wer wie in Ägypten sämtliche Andersdenkende kompromisslos an die Wand drückt und stranguliert, muss sich nicht wundern, wenn junge Leute in Extremistenkreise abtauchen.
tagesspiegel.de

Sudan Massenvergewaltigung durch Armee in Dafur hrw.org
Ruanda Kriegsverbrecherprozess gegen FDLR-Präsident Ignace Murwanashyaka in Stuttgart fortgesetzt taz.de
Schweden UN mahnt Einzehlhaft von Jugendlichen an stern.de

Mehr als 3.000 Flüchtlinge sind in der vergangenen Woche im Mittelmeer von der Küstenwache gerettet und nach Sizilien und Lampedusa gebracht worden.
de.euronews.com

Zeuge eines Jahrhundertverbrechens – Das Deutsche Reich und der Völkermord an den Armeniern: Konferenz vom 01. bis 03. März im Zeughauskino/ Deutsches Historisches Museum Berlin,  in Partnerschaft mit dem Lepsiushaus in Potsdam lepsiushaus-potsdam.de
Solidarität mit Geflüchteten: Demonstration auf dem Theaterplatz in Dresden am 28. Februar netzpiloten.de

Amnesyt-Filmpreis auf der Berlinale vergeben: Der Amnesty-Filmpreis auf der diesjährigen Berlinale geht an „Tell spring not to come this year“ (Großbritannien, 2015). Die beiden Filmemacher Saeed Taji Farouky und Michael McEvoy begleiten Soldaten der Afghanischen Nationalarmee, die nach dem Abzug der NATO-Truppen aus Afghanistan die Kontrolle in der Provinz Helmand übernehmen, die als extrem gefährlich gilt. Der Dokumentarfilm lief in der Sektion Panorama des Festivals.
amnesty.de





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