KW 34: China und Menschenrechte, Hinrichtung in Saudi-Arabien, Flüchtlinge und Italien

China und Menschenrechte: Es waren Recherchen über Menschenrechtsanwälte, die David Missal zum Verhängnis wurden. Angefangen mit der Festnahme durch chinesische Polizisten. Zuvor hatte der Student seinen Protagonisten vor einem Gefängnis gefilmt. Zwar darf er nach wenigen Stunden wieder gehen, doch seine Aufenthaltserlaubnis sei verkürzt und ein neues Visum für das nächste Semester verweigert worden. Das aprupte Ende muss er nun hinnehmen. „China ist kein Rechtsstaat, wenn die chinesische Regierung und die Behörden sagen, das geht nicht, dann ist das so“, fasst David zusammen. Es gäbe auch gar keine Möglichkeit, irgendwie Einspruch einzulegen.Seine Reportage über den Anwalt Lin hat er dennoch fertiggestellt – und auf seinem Blog veröffentlicht. „Diese Menschen, mit denen ich mich getroffen habe, sind wahnsinnig spannend und mutig, dass die jeden Tag rausgehen und versuchen, China ein Stück weit besser zu machen.“
rtlnord.de

Saudi-Arabien steht offenbar kurz davor, eine politische Aktivistin zu enthaupten: Der Zeitpunkt ist besonders brisant, da sich das Land seit Wochen in einem offenen Streit mit Kanada über die Menschenrechtslagein dem arabischen Land befindet, der zu einer diplomatischen Krise zwischen den beiden Nationen führte. Bei der Person soll es sich um die saudische Aktivistin Israa al-Ghomgham handeln, wie zwei Menschenrechtsorganisationen gegenüber Business Insider mitteilten. Al-Ghomgham sei demnach bei einer Anhörung Anfang August zum Tode verurteilt worden, sagten Vertreter von Amnesty International und der Europäisch-Saudischen Organisation für Menschenrechte (ESOHR).
businessinsider.de

Flüchtlinge und Italien: Nichts gilt mehr, außer dem, was er selbst für richtig hält – das scheint die Maxime des italienischen Innenministers und Vize-Premiers Matteo Salvini zu sein. Konnte man erst noch hoffen, der Chef der rechtspopulistischen Lega würde in der neuen Regierung nur poltern, hat sich dieses Handlungsmuster nun verfestigt. Das beweist sich gerade im Fall des Schiffes Diciotti der italienischen Küstenwache, das 177 gerettete Migranten an Bord hat: Salvini schert sich nicht um Menschenrechte und internationales Flüchtlingsrecht, nicht um das Seerecht, nicht um Vereinbarungen in der EU, und wie man sieht, auch nicht um die Institutionen seines eigenen Landes. Dass ein Innenminister zum wiederholten Mal der eigenen Küstenwache, Teil des nationalen Militärs, untersagt, Häfen anzulaufen, ist an Absurdität schwer zu übertreffen.
sueddeutsche.de

Weltweite Trauer um früheren UN-Generalsekretär Kofi Annan: Der am Samstag gestorbene Friedensnobelpreisträger sei eine “treibende Kraft des Guten” gewesen, erklärte der derzeitige UN-Generalsekretär Antonio Guterres. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte Annan als “sanften, aber hartnäckigen Kämpfer für Frieden und Menschenrechte”, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als “herausragenden Staatsmann im Dienste der Weltgemeinschaft”. Zahlreiche Würdigungen kamen auch aus den USA und anderen Ländern.
welt.de

Offener Brief an Merkel wegen iranischem Diplomaten: Exil-Iraner und US-Außenministerium warnen vor Anschlägen des iranischen Geheimdienstes in Europa. Geplant werde der Terror in den Botschaften. Ein iranischer Diplomat sitzt bereits in deutscher Untersuchungshaft. Assadollah A. soll einen vereitelten Bombenanschlag auf ein großes Treffen der Exil-Opposition nahe Paris orchestriert haben. Persönlich habe der an der Botschaft in Wien akkreditierte Offizielle den dafür vorgesehenen Sprengsatz an ein in Brüssel inhaftiertes Ehepaar übergeben, lautet der Vorwurf der Bundesanwaltschaft. Eigentlich sei der 3. Botschaftsrat ein Mitarbeiter des iranischen Geheimdienstministeriums MOIS. Nun wenden sich mehrere prominente Politiker der FDP und der Union in einem offenen Brief an Kanzlerin Angela Merkel. Sie befürchten, dass die iranische Regierung versucht, Einfluss auf das Strafverfahren zu nehmen – und dem Verdächtigen eine Ausreise ermöglicht, ohne sich einem Prozess stellen zu müssen.
t-online.de, watson.de

Israelische Friedensaktivist Uri Avnery gestorben: Dies bestätigte ein Sprecher des Ichilov-Krankenhauses. Der 94-Jährige mit deutschen Wurzeln hatte Anfang des Monats einen Schlaganfall erlitten und lag seither im Krankenhaus. Avnery kämpfte sein Leben lang für eine Lösung im Nahost-Konflikt und war in Israel umstritten. Uri Avnery wurde am 10. September 1923 als Helmut Ostermann im westfälischen Beckum geboren. Er wuchs in Hannover auf und wanderte 1933 mit seiner Familie nach Palästina ein. Im ersten Nahostkrieg von 1948 wurde er im Kampf schwer verwundet. diepresse.com

ZITAT DER WOCHE

Für mich ist Auschwitz die immerwährende Mahnung, für die unantastbare Würde des Menschen weltweit einzustehen – persönlich wie politisch.
Außenminister Heiko Maas am Montag vor dem Abflug in Berlin.
zeit.de

– Anzeige –
Sie lesen diesen Newsletter. Gute Entscheidung! Erreichen Sie Ihre Kunden, Wähler und Stakeholder auch mit einem Newsletter. Trotz der neuen Kommunikationsmöglichkeiten über soziale Netzwerke bleibt der Newsletter das effektivste digitale Marketingtool. Es gibt keinen direkteren Zugang für eine Botschaft zu einem Leser. Wir unterstützen Sie dabei, auch gelesen zu werden. Kontaktieren Sie uns:
newsletter@attentionmedia.de

ZAHL DER WOCHE

38 Milliarden Euro an italienischen Staatsanleihen stießen ausländische Investoren im Juni ab. Laut Zahlen der Europäischen Zentralbank verkauften sie im Mai bereits Papiere für 34 Milliarden Euro. Die Abflüsse erreichen damit schon den zweiten Monat in Folge Rekordniveau.
n-tv.de

ZULETZT

Internationaler Strafgerichtshof: Argentiniens Präsident Mauricio Macri hat am Sonntag bestätigt, dass er zusammen mit seinen Amtskollegen aus Kolumbien, Chile und Paraguay eine Petition an den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) einreichen wird. Darin fordern die Staatsoberhäupter, dass die vom venezolanischen Regime begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit untersucht werden. „Es besteht kein Zweifel daran, dass in Venezuela die Menschenrechte systematisch verletzt werden und die Opposition und die Bürger im Allgemeinen regelrecht zertrampelt werden. Der Wert des Lebens in Venezuela ist verloren gegangen“, so Macri in einem ausführlichen Interview mit dem Journalisten Andrés Oppenheimer für „CNN en Español“.
latina-press.com


Egon Huschitt, Journalist mit Faible für Politik, außerdem für Newsletter und Fernsehen. Profil





Kommentar verfassen