KW 53: Bestes Jahr der Menschheitsgeschichte, Lage im Iran weiter schlimm, Keine Schutzzonen in Afghanistan möglich

2015 ist das beste Jahr der Menschheitsgeschichte: Das renommierte US-Magazin «The Atlantic» urteilt trotz Terrorismus und anderer Verbrechen gegen die Menschlichkeit: die Menschheit ist so frei wie nie. Die Anzahl der Demokratien stieg laut Freedom House weltweit auf den Höchststand von 125. Das sind 56 mehr als 1989. Die Hälfte dieser Länder sei nicht wirklich «frei», dennoch gab es in diesem Jahr hinsichtlich der bürgerlichen und politischen Rechte in zahlreichen Staaten – unter anderem in Guinea-Bissau, Tunesien, Tansania, Myanmar und Argentinien – grosse Fortschritte.
blick.ch

Menschenrechtslage im Iran weiter schlimm: Laut dem UN-Sonderberichterstatter Ahmed Shaheed sei die deutlich gestiegene Zahl von Hinrichtungen alarmierend: Im letzten Jahr sollen über 800 Menschen exekutiert worden sein. Seit Ende März 2014 ist Ahmed Shaheed UN-Sonderberichterstatter für den Iran. Der Menschenrechtsbeauftragte des Iran, Javas Larijani, verunglimpft Shaheed als ungeeignet, die iranische Sicht der Menschenrechte zu verstehen.
deutschlandradiokultur.de

Türkei gehört nicht in die EU: Der Menschenrechtsbeauftragte Christoph Strässer von der SPD warnt vor einem unsorgfältigen Umgang mit der Türkei bei den Menschenrechten. Die Lage habe sich deutlich verschlechtert. “Würden wir darüber hinwegsehen, wäre das ein fatales Signal.” Die EU müsse an ihren “glasklaren, strengen Vorschriften in Bezug auf Menschenrechte und Pressefreiheit festhalten”. Deren Einhaltung müsse man “gegenüber Ankara immer wieder anmahnen”.
fuldainfo.de

Keine Schutzzonen in Afghanistan möglich: Der Menschenrechtsbeauftragte Strässer hält es für absurd Afghanen abzuschieben, wie von der Bundesregierung beabsichtigt. Geradezu aberwitzig sei die Vorstellung, Menschen in “Schutzzonen” zu pferchen und militärisch zu bewachen. Sobald dieses Thema in der Bundestag diskutiert wird, wird er gegen dieses Konstrukt vermeintlich “innerstaatlicher Fluchtalternativen” argumentieren.
welt.de

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Hilfe: Allein in 2015 sind über 3000 Menschen auf der Flucht übers Mittelmeer gestorben. SOS Mediterranee ist ein ziviles, europäisches Projekt zur dauerhaften Seenotrettung im Mittelmeer. Helfen Sie durch Ihre Spende, noch in diesem Winter mit unserem ersten Schiff Menschen zu retten!
sosmediterranee.org

In Syrien sind hunderte Zivilpersonen durch einen russischen Luftangriff gestorben: Russische Luftangriffe haben in Syrien Hunderte von zivilen Opfern gefordert, massive Schäden in Wohngebieten angerichtet und medizinische Infrastruktur zerstört. Das alles leugnet Russland standhaft. Amnesty International legt dem aber Fakten und Zeugenaussagen gegenüber, die auf systematische Verletzungen des humanitären Völkerrechts hinweisen. Amnesty hat sechs russische Angriffe auf Homs, Idlib und Aleppo zwischen September und November 2015 genauer untersucht. Mindestens 200 Zivilpersonen und rund ein Dutzend Kämpfer sind ums Leben gekommen.
amnesty.de

Keine Menschenrechte in Afghanistan: Seit zwei Jahren gibt es das “Afghanische Tagebuch” der ARD. Journalisten begleiteten die Menschenrechtlerin Sima Samar. Im Abschlussinterview am 6. Dezember 2015 in Kabul zieht die Ärztin eine ernüchternde Bilanz. Sie sagt: Viele Menschen in Afghanistan haben keinen Zugang zu Bildung und zu medizinischer Versorgung. Auch heute noch werden viele Afghanen fundamentale Menschenrechte verweigert.
tagesschau.de

Fussball und Menschenrechte: Katar spielt auf Zeit bei der Arbeitsrechtsreform. Katars Kafala-System steht international seit Jahren wegen der faktischen Entrechtung ausländischer Arbeitskräfte im Kreuzfeuer der Kritik. In den vergangenen Jahren sorgten Enthüllungen über mehrere hundert Todesfälle auf WM-Baustellen durch die erzwungene Schwerstarbeit unter unwürdigsten Bedingungen weltweit nicht nur bei Menschenrechts-Organisationen und Arbeiter-Vereinigungen für Empörung.
11freunde.de

Algerischer Menschenrechtler in Lausanne im Alter von 89 Jahren verstorben: Aït-Ahmed gründete 1963 die sozialistische Oppositionspartei FFS (Front des Forces Socialistes) und war lange Jahre deren Präsident. Er setzte sich für die Einhaltung der Menschenrechte, die Demokratisierung und ein Mehrparteiensystem in Algerien ein.
blick.ch

Amnesty: berichtet, dass in Tunesien zum weltweiten Menschenrechtstag sechs Männer wegen homosexueller Handlungen für schuldig befunden und zu drei Jahren Haft verurteilt wurden. amnesty.de
Deutsches Institut für Menschenrechte: begrüßt die Gesundheitskarte für Flüchtlinge, welche eine vollumfängliche gesundheitliche Versorgung beinhaltet. institut-fuer-menschenrechte.de
Borussia Dortmund: lehnt Testspiel-Offerten aus Ländern ab, in denen die Menschenrechtssituation nicht mit den Maßstäben von Borussia Dortmund im Einklang sind. derwesten.de

ZITAT

Die Menschenrechte sind in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben. Sie sind keine europäische, geschweige denn deutsche Erfindung. Wir müssen alle Gesellschaften unterstützen, die sich in diese Richtung bewegen, zivil, konstruktiv und ohne erhobenen Zeigefinger.
Christoph Strässer, Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, ruft auf für eine gemeinsame, globale Zusammenarbeit für die Einhaltung der Menschenrechte.
welt.de

LESEEMPFEHLUNG [powered by politcal.de]

Alle 30 Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vom 10.12.1948.
amnesty.de

Menschenrechtsbewegung in Deutschland – Wie weit reicht der politische Einfluss. FJ SB, Jg. 28/2015, Heft 4, Lucius&Lucius, 448 Seiten.
forschungsjournal.de

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ZAHL DER WOCHE

Mit durchschnittlich 61 Fahrzeugen auf 100 Einwohner ist Italien Europas Autofahrerland Nummer 1, klimatische Veränderungen sind die Folgen. In Rom hat die Stadtverwaltung in der Vorweihnachtszeit und gleich nach Weihnachten ein alternierendes Fahrverbot verhängt. Wegen der hohen Smogwerte durfte an wechselnden Tagen jeweils nur die privaten Autos fahren, deren Nummernschilder mit geraden beziehungsweise ungeraden Ziffern enden.
welt.de

ZULETZT

Meinungsfreiheit – Bollwerk der Freiheit: Das erste Menschenrechtsdokument, die Virginia Bill of Rights von 1776, erklärt in Artikel 12 die Pressefreiheit zu einem Bollwerk der Freiheit, das nur von despotischen Regierungen eingeschränkt werde. In Artikel 11 sekundiert die französische Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte: «Die freie Mitteilung von Gedanken und Meinungen ist eines der kostbarsten Rechte», nicht etwa der Franzosen oder des Europäers, sondern des “Menschen”.
nzz.ch

ZU GUTER LETZT

Schöne Bescherung: Nach seinem Weihnachtseinkauf und dem Verpacken der Geschenke öffnete ein 50-Jähriger aus Frankfurt einen Brief mit der Nachricht, dass er über zwei Millionen Euro bei der Glücksspirale gewonnen hat. Er habe den neutralen Umschlag für nicht so wichtig gehalten.
focus.de

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